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Information über Berberpferde

Allgemeines

Der Berber ist das Pferd Nordwestafrikas. Man kann ihn als das Produkt historischer Zusammenkünfte sowie klimatischer und gebrauchsbedingter Anforderungen bezeichnen. Berberpferde waren im Laufe der Geschichte stets Kriegspferde; für den Transport in der Wüste benutzte man Kamele. Die Geschichte der Berberpferde lässt sich bis ins 4. Jh. vor Christus zurückverfolgen. Sowohl die von den Römern gefürchtete numidische (nordafrikanische) Kavallerie, wie auch der für die Stärke seiner Reitarmee berühmte Hannibal, zählten auf die Qualitäten der Berber. Nach dem Untergang der Herrscherstadt Karthago um Christi Geburt verbreiteten sich die begehrten Kriegspferde innert kürzester Zeit im gesamten römischen Herrschaftsgebiet. Hier beeinflusste der Berber die ansässigen Pferderassen. Es ist historisch belegt, dass der Berber wichtiger Begründer von fast allen barocken Pferderassen ist (Andalusier, Lusitanos, Alter-Real, Lippizaner, etc.).

Einer der Stammväter des Englischen Vollblutes, Godolphin Barb, war ein Berber. Der Beys von Tunis schenkte König Ludwig XV. von Frankreich einen marokkanischen Berberhengst, für damaligen Geschmack aufgrund seines Speckhalses ein unattraktives Pferd. Dieser wusste die Gabe nicht zu schätzen und verschenkte den Berber an einen Wasserhändler in Paris. Durch einige Umstände gelangte der Hengst in den Besitz von Lord Godolphin, der ihn als Probierhengst einsetzte. Mehr oder weniger zufällig entstammten einige Fohlen aus Godolphin Barb, welche alles bisher alles dagewesene übertrafen. Seither gilt Godolphin Barb als einer der drei Stammväter des Englischen Vollbluts.

Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte der Berber eine wahre Blütezeit, er führte lange Zeit die Liste der beliebtesten Pferde in Europa an. Insbesondere in den klassischen Reiterländer Frankreich und England genoss er einen hervorragenden Ruf.

Zitate:

Antoine de Pluvinel de la Baume, um 1600: „Ich halte viel von den barbarischen Pferden zum Carier-Reiten (Schulreiten) wegen der sonderlichen Zuneigung so sie haben, sich zierlich und mit sonderbarer Lust zu tummeln."

Herzog von Newcastle, 1686: „Der Berber ist nach dem spanischen Pferd das Vernünftigste, doch ist es nicht so arglistig und also um so viel leichter abzurichten."

Das heutige Hauptzuchtgebiet des Berbers liegt in den Ländern des Maghreb: Marokko, Algerien und Tunesien. In diesen Ländern wird die Zucht durch den Staat gefördert, beispielsweise unterhalten die Staaten relativ grosse Staatsgestüte.

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Letzter Update dieser Seite am 23. Oktober 2003